Referent: Christian Stoll M.A
Donnerstag, 18.7. 2014, 19.00 hct im Studentenhaus Lynarstraße
Sport und Geld – es besteht immer die Gefahr, dass Seriöses mit Unseriösem verknüpft wird.
Die europäischen Sportwetten werden müde – Asien lockt mit Vielfalt und fresh Money. Der Soccer-Kommerz frisst die Fußball-Kultur. Bedroht die Europa League die Bundesliga ??
Schon im Vorfeld wusste der Knabe Nicantinous, dass er am 24. Februar 267 n. Chr. das Finale im Ringkampf der 138. Großen Antinoeia(heilige Spiele) gewinnen würde. Sein Vater Aureliua Aquila, hatte mit den beiden Trainern des gegnerischen Ringers Demetrius eine Prämie von mindestens 3.800 Drachmen vertraglich vereinbart,, damit Demetrius diesen Kampf verlieren würde.
Schlagzeilen der letzten Jahre in vielen Medien lauten: Fussball: Europol deckt größten Wettskandal der deutschen Geschichte auf. 380 Spiele, 425 Spieler, Schiedsrichter und weiteren Offizielle sollen involviert sein.
Der milliardenschwere asiatische Wettmarkt zieht Glücksritter wie Gauner an. Wer die Mechanismen dieser Zockerwelt verstehen will, findet auf den Philippinen Antworten. In Manila sitzen weltweit die drei größten Buchmacher.
Wenige Tage nach dem Endspiel von Kiew(EM) beschlagnahmten Beamte in Sigapur in einem Syndikat Laptops, Modems, Handys und USB-Sticks – Beweismaterial für gigantische Zockergeschäfte im asiatischen Raum. Der zwielichtige Markt für Sportwetten in Fernost gilt als Nährboden für Spielmanipulationen rund um den Globus, Interpol schätzt die Umsätze der illegalen asiatischen Glücksspielanbieter auf mehrere Hundert Milliarden US-Dollar im Jahr. Weltweit spricht man von Sportwettenumsätzen von derzeit über 500 Milliarden US-Dollar..
Online- Betting ist das Zauberwort. Der Internet -Wetter gibt seine Tipps bei Wettfirmen in Ländern ab , die keine anerkannte Lizenz für das jeweilige Heimatland des Kunden besitzen, ihren Firmensitz in Steueroasen wie Malta, Gibraltar oder einigen asiatischen Ländern haben und dort nur Bruchteile deutscher Lotteriesteuern und – Abgaben entrichten müssen und schon deswegen höhere Ausschüttungsquoten anbieten können. Auch sportlich ist die Globalisierung nicht mehr weg zu denken. Champions League und Europa League locken die Vereine mit hohen Prämien.
Juventus Turin hat für das Double aus Meisterschaft und Europacupsieg eine Prämie von zehn Millionen Euro ausgelobt vergeblich, wie wir heute wissen. Auch die Qualität der Bundesliga scheint in Frage gestellt zu werden „Klar wären wir gerne ungeschlagen Meister geworden, aber wir haben noch andere Ziele für diese Saison, die wichtiger sind“, schrieb Toni Kroos nach der Niederlage des FC Bayern gegen Augsburg und vor dem Rückspiel gegen Real Madrid.
Eine klare Ansage, was Münchner noch vom Bundesliga-Wettbewerb halten.