Referent: Dipl.-Ing. Gerhard Wilk

Zusammenfassung des Vortrags vom Freitag, 27. März 2007
im Studentenhaus Lynarstraße

Nach einer kurzen persönlichen Einleitung zum beruflichen Hintergrund des Vortragenden wird zunächst dargestellt, woher die Energie in Deutschland kommt und wer sie verbraucht. Die Braunkohle trägt 10,9 % zum Energieaufkommen bei, die Stromerzeuger verbrauchen 15 %.

Zum CO2-Aussoß tragen die Kraft- und Fernheizwerke 43,2 % bei. Die größten CO2-Emissionen weltweit kommen zurzeit aus den USA, den OECD-Ländern und China. Die Prognosen sagen für 2030 voraus, dass China dann deutlich an die erste Stelle rücken wird.

Energiebedarf wächst

Der Welt-Primärenergiebedarf wird bis 2030 um 53 % wachsen, wobei der Anteil der fossilen Energieträger um 54 % zunehmen wird. Die Stromerzeugung wird im gleichen Zeitraum um 94 % wachsen, wobei der Anteil der fossilen Energieträger um 113 % zunehmen wird. Das Ziel muss es daher sein, Kohle möglichst Klima schonend zu nutzen. Die CO-Emissionen bei den Kohlekraftwerken könnten weltweit bei Ersatz durch Technik von heute um 30 % reduziert werden, morgen sind 37 % möglich. Der Wirkungsgrad könnte von 31,5 auf 50 % steigen.

Zurzeit sind bei RWE und den anderen Stromerzeugern optimierte Dampfkraftwerke im Bau oder in Planung, die zwischen 2010 und 2020 ans Netz gehen und durch Wirkungsgradsteigerung eine Reduzierung der CO2-Emissionen um bis zu 4o % erreichen werden. Bis 2014 wird auch ein CO2-freies Kraftwerk möglich, bei dem das CO2 abgetrennt und gespeichert wird. Allerdings fehlen zurzeit noch die genehmigungsrechtlichen Grundlagen, die von der nationalen und europäischen Politik rasch geschaffen werden müssen.

Schnelle Entwicklungsfortschritte brauchen hohes Engagement bei Forschung und Entwicklung. EU und Deutschland sind bei der Forschungsförderung rückständig. Japan fördert 3,5-mal mehr, die USA 7-mal mehr als Deutschland und EU. Außerdem gehen die meisten Mittel in die Brennstoffzellen-Forschung.

Vernünftiger Energie-Mix nötig

Natürlich könnte der CO2-Ausstoss auch durch einen höheren Anteil an Kernenergie gesenkt werden. Immerhin sind weltweit rund 30 Kernkraftwerke in Bau und bis zu 140 in der Planung, davon 40 in Europa. Ob die Bundesrepublik angesichts dessen aus dem Atomausstieg aussteigt bleibt abzuwarten. Vernünftig wäre es nach meiner Meinung, sich auf einen Energiemix mit Kohlekraftwerken, Kern-, Gas- und regenerativer Energie zu konzentrieren. Die Braunkohlevorkommen in Deutschland reichen dann noch 200 Jahre lang. Gas- und Ölvorkommen sind dagegen Mitte dieses Jahrhunderts erschöpft.

Der CO2-Ausstoss kann aber auch durch Energie-Einsparungen beim Endverbraucher reduziert werden, wenn Strom fressende Haushaltsgeräte durch Geräte der besten Energieklasse A++ ersetzt, die Stand-by-Geräte nach dem Betrieb wieder abgeschaltet und die Häuser besser isoliert werden.

Zum Abschluss erlaube ich mir als einer, der einen großen Teil seiner beruflichen Tätigkeit mit der Braunkohle verbracht hat, trotzdem darauf hinzuweisen, dass es keineswegs erwiesen ist, dass der CO2-Ausstoss der alleinige Verursacher des Klimawandels ist. Beim Abbau der Steinkohle tritt zuweilen Methan aus, was etwa 20-mal schädlicher für das Klima ist als CO2. Und die Treibhausgas-Emissionen durch tierische Gase („rülpsende Kühe“) und Dung wachsen in allen Weltregionen durch den wachsenden Fleischbedarf und die Ausweitung der Weidehaltung erheblich.