Referent: Prof. Peter Voß, Präsident der Quadriga Hochschule Berlin
Freitag, den 17.01.2014, 19.00 hct im Studentenhaus Lynarstrasse
In einer kürzlich im Berliner Hauptstadtbrief erschienenen Publikation von Prof. P. Voß kann man zum Begriff „konservativ“ folgendes nachlesen :
„Was konservativ heißt, lässt sich unter dynamischem oder strukturellem Aspekt erörtern. Konservativ ist zunächst der, der die – wissenschaftlich- technisch, dann auch ökonomisch und politisch-medial getriebene – Fortschrittsdynamik bremsen, kanalisieren, die Folgen beherrschen oder beherrschbar machen will. Er will nicht das historisch Abgelebte retten, sondern als skeptischer Bewahrer verteidigen, was er den Nachkommenden zu vermachen hofft – und bleibt so doch immer abhängig von Inhalt und Tendenz des aktuellen „Fortschritts“. Da hilft auch die beliebte Unterscheidung von „strukturkonservativ“ und „wertkonservativ“ nicht weiter – auch Revolutionäre und ihre geistigen Urheber, von Rousseau bis Marx und Mao, haben sich utopisch auf die „Werte“ eines vermeintlichen Urzustands der Menschheit berufen, die es wiederherzustellen gelte.“
„War Bismarck konservativ? Adenauer? Dessen Enkel Kohl? Von ganz anderen, so wirkungsmächtigen wie üblen Gestalten abgesehen. Ist es konservativ, ein Groß-Europa als Supermacht anzustreben oder den modernisierten Nationalstaat zu bewahren und globalisierungstauglich zu machen? Ist Machtpolitik konservativ? Der Abbau der Staatsverschuldung? Die Familie? Kirchentreue? Nachhaltigkeit? Sind’s die Grünen? Die CSU? Graduell wir alle?“