Referent: Botschafter a. D. Dr. Hans-Georg Wieck
Freitag, 19. Juni 2009, 19.30 hct im Studentenhaus Lynarstraße
Heute bestehen große Unterschiede zwischen den Ordnungsvorstellungen, die Deutschland und Russland für Europa haben. Gestützt auf die gemeinsamen Beschlüsse der KSZE im November 1990 (Charta von Paris) streben Deutschland und die anderen EU-Mitglieder der Europäischen Union eine Ordnung für Europa an, in der jeder Staat bei Erfüllung der EU-Voraussetzungen (Demokratie, Marktwirtschaft, Unabhängigkeit der Rechtsprechung) in die EU aufgenommen werden kann.
Die Russische Föderation hingegen nimmt für sich in Anspruch, vorrangige außen- und sicherheitspolitische Interessen gegenüber benachbarten Ländern durchzusetzen – gegebenenfalls auch mit Gewalt. Und agiert damit als Großmacht, wenn nicht gar Weltmacht. Dieser Anspruch findet in einigen politischen Kreisen Deutschlands Verständnis.
Wie ist die Rolle, die Bedeutung beider Länder im und für das europäische Gefüge heute und morgen einzuschätzen? Mit dieser zentralen Frage befasst sich der Vortrag von Botschafter a. D. Dr. Hans-Georg Wieck zum Thema „Deutschland und Russland im europäischen Gefüge“.