Referent: Dr. rer. nat. Lutz Vogler
Zusammenfassung des Vortrags vom Freitag, 27. März 2007
im Studentenhaus Lynarstraße
Die Erdoberfläche absorbiert einen Teil der solaren Einstrahlung, erwärmt sich und gibt Wärmestrahlung ab. Der natürliche Treibhauseffekt beschreibt das Phänomen, dass bestimmte Gase der Atmosphäre einen Teil dieser Wärmestrahlung absorbieren. Dadurch entsteht in der bodennahen Atmosphäre eine globale Durchschnittstemperatur von 15 °C. Ohne Atmosphäre würde die oberflächennahe Temperatur der Erde –18 °C betragen. Die Diskussionen zum Klimawandel beschäftigen sich im Wesentlichen mit der anthropogenen Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes.
Als Treibhausgase werden die Gase bezeichnet, die zum Treibhauseffekt beitragen. Die wichtigsten sind CO2, H2O, N2O, CH4, O3 und FCKW. Zu den wichtigsten natürlichen Quellen gehören bei CO2 Vulkanismus, die Atmung der Lebewesen sowie Abbauprozesse von organischen Substanzen. H2O entsteht gasförmig bei der Verdunstung, N2O wird ebenfalls bei Abbauprozessen von organischen Substanzen gebildet, CH4 entsteht in Feuchtgebieten und wird von Wiederkäuern und Termiten freigesetzt. Zu den wichtigsten anthropogenen Quellen gehören Verbrennungsprozesse aller Art und sehr viele Luftverunreinigungen (CO2, H2O, N2O, CH4), Reisanbau, Rinderhaltung, Mülldeponien (CH4) und Düngung (N2O). FCKW entstehen nur anthropogen bei der industriellen Produktion und Verwendung.
Die wichtigsten offensichtlichen Indikatoren des Klimawandels sind die Eisrückgänge bei den Gebirgsgletschern sowie in der Arktis und der Antarktis. Nach übereinstimmenden Forschungsergebnissen schwankte der CO2-Gehalt auf der Erde in den letzten 800 000 Jahren zwischen 180 ppm in Kaltzeiten und 280 ppm in Warmzeiten. Gleichzeitig verliefen die Schwankungen von Temperatur und CO2-Gehalt weitgehend parallel. Mit dem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasch ansteigenden Wachstum der Weltbevölkerung und der fortschreitenden Industrialisierung und dem damit steigenden Verbrauch von fossilen Brennstoffen stieg der CO2-Gehalt auf 380 ppm. Im 20. Jahrhundert stieg die globale Durchschnittstemperatur um 0,74 °C.
Nach dem Klimabericht der Vereinten Nationen (IPCC) 2007 hat ein Wandel des Weltklimas begonnen, der von den Menschen verursacht worden ist.Als Folgen des Klimawandels werden u. a. angegeben: weitere Zunahme der Temperaturen in den bodennahen Luftschichten, weiteres Abschmelzen von Gletschern und Inlandeis (Grönland und Antarktis) mit Anstieg des Meeresspiegels, Abschmelzen des polaren Eises, Verstärkung von Temperatur- und Luftdruckunterschieden mit verstärkten Winden bzw. Stürmen, zunehmende Verdunstung, die in Trockengebieten zu häufigeren Dürren und in feuchteren Gebieten zu verstärkten Niederschlägen mit Überschwemmungen führen werden. Einige Prozesse beinhalten sich selbst verstärkende Wirkungen, wenn z. B. Dauerfrostböden Asiens und Nordamerikas auftauen, dann wird in großen Mengen CH4 freigesetzt, das als Treibhausgas zur weiteren Erwärmung der Atmosphäre beitragen wird. In allen Bereichen ist mit erheblichen Folgen für Siedlungen, Landwirtschaft, Tourismus, Vegetation und Tierwelt zu rechnen.
Jede Maßnahme erscheint geeignet, die ohne noch tolerierbare Nebenwirkungen zu einer nachhaltigen Verringerung von Treibhausgasen führt!
Ein Schwerpunkt der Aussprache waren verschiedene Strategien zur Verminderung von Treibhausgasen, über die Notwendigkeit zur Reduktion von Treibhausgasen herrschte Einigkeit. Ein zweiter Schwerpunkt war die Frage, inwieweit man Skeptikern Glauben schenken kann, wenn Sie eine Erwärmung der bodennahen Luftschichten bezweifeln, die verursachende Wirkung der Treibhausgase ganz oder teilweise leugnen.
Einer der bekannteren Skeptiker ist Dr. Wolfgang Thüne mit seinem Buch „Freispruch für CO2“. Seine Argumentation ist überwiegend unsachlich, wenn er die Klimaforschung als „Pseudowissenschaft“ (S. 21) bezeichnet, den „Treibhauseffekt“ eine Lüge nennt (S. 22) oder schreibt „Das ‚Treibhaus’ ist und bleibt ein gedankliches, ideologisches und damit widernatürliches Hirngespinst.“ (S. 64) Die Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG) hat sich von den Äußerungen Wolfgang Thünes distanziert. Näheres dazu und zur Problematik findet man bei: GERMANWATCH: Das Ende der Sensation vom Klimamärchen. http://www.germanwatch.org/rio/skept.htm
Eine Übersicht zu den problematischen Anätzen der Klimaskeptiker gibt Stefan Rahmstorf: Flotte Kurven, dünne Daten in www.ozean-klima.de
Eine Kurzdarstellung zum Treibhauseffekt gibt das Max-Planck-Institut für Meteorologie: www.mpimet.mpg.de/presse/faq-s/wie-funktioniert-der-treibhauseffekt.html