Peter Voß, Jahrgang 1941, verbrachte seine Schulzeit in Lübeck(Johanneum) und Michigan, USA(High School). Von 1961 an studierte er an der Universität Göttingen zunächst Deutsch und Englisch, dann Soziologie mit den Nebenfächern Rechtswissenschaft und Ethnologie (M.A. 1968). Als (damaliges) Mitglied einer Studentenverbindung war Voß 1963/64 AStA-Vorsitzender in einer Koalition zwischen dem Intercorporativen Convent (ICC) und dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS). Nach dem Ausscheiden des SDS wurde der SHB Koalitionspartner. Voß setzte sich vor allem für die Stärkung der studentischen Mitbestimmung in der universitären Selbstverwaltung ein, lehnte ein umfassendes politisches Mandat der Studentenschaft jedoch ab.

  • Erste Berufsjahre beim Göttinger Tageblatt (GT) und der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
  • 1971 Nachrichtenredakteur beim ZDF
  • 1977 Korrespondent des ZDF in Berlin (West),
  • 1978 bis 1981 stellvertretender Redaktionsleiter des ARD-Magazins „Report München“.
  • 1981 Rückkehr zum ZDF
  • 1983 Redeaktionsleiter des „heute journals“,
  • 1985 Chef der Hauptredaktion Aktuelles( „heute“, „heute journal, die Tele-Illustrierte, ZDF-Mittagsmagazin)
  • 1990 zusätzlich stellvertretender Chefredakteur des Senders.

Zugleich wurde er als Moderator und Kommentator bekannt. Er zählte zu den entschiedenen Befürwortern der deutschen Wiedervereinigung. Kritiker bescheinigten ihm eine „durch Sachlichkeit gezügelte journalistische Aggressivität“ (FAZ).

Intendanz

  • 1993 Intendant des Südwestfunks (SWF).
  • Entschiedener Verfechter der Fusion des Senders mit dem Süddeutschen Rundfunk (SDR) zum Südwestrundfunk (SWR), damit zur zweitgrößten Rundfunkanstalt in der ARD. Voss wurde 1998 Gründungsintendant des SWR. Die Fusion gilt als seine größte rundfunkpolitische Leistung.
  • 1999/2000 ARD-Vorsitzender, er setzte entschlossen die Neuordnung des ARD-Finanzausgleichs durch.
  • 2002 Wiederwahl zum Intendanten des SWR, den er erfolgreich u. a. im Verwaltungsrat der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von ARTE-Deutschland vertrat.
  • Von 2001 bis 2007 moderierte Voß im Wechsel mit Fritz Pleitgen den ARD-Presseclub, nach wie vor moderiert er auf 3sat „Peter Voß fragt…“ (seit 1996, früher „Bühler Begegnungen
  • 2006 kündigte Voß überraschend ein “Islamisches Wort” im SWR an, mit dem Muslime – zunächst im Internet, später auch im Hörfunk – in deutscher Sprache ihren Glauben bekennen sollten. Ziel war ein „demokratischer Islam, verbunden mit einem Beitrag zur Integration”. Trotz erheblicher Widerstände auch aus der Politik setzte Voß im Rahmen seiner Programmverantwortung als Intendant das “Islamische Wort” durch.

2007 gab Voß das Intendantenamt auf. „ Aus der Riege der Intendanten ragt Voß bis heute als prägnanter, eigenständiger Kopf heraus“, urteilte die Stuttgarter Zeitung. Für seine Leistung als Gründungsintendant wurde Voß 2007 der Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg verliehen.

Hochschule

1996 wurde Voß Professor für Medien an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe. Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit und diverser Veröffentlichungen waren Fragen der Medienethik sowie der Presse- und Rundfunkfreiheit. Seit 2009 bekleidet er das Amt des Präsidenten der Quadriga Hochschule Berlin, einer staatlich anerkannten privaten Hochschule für Kommunkationsmanagement, die u. a. PR-Mitarbeiter in Unternehmen und Organisationen für Führungsfunktionen qualifiziert (Abschlüsse M.B.A. und M.A.). Voß ist außerdem seit 2009 Mitglied des Universitätsrats der Universität Heidelberg, eines der zentralen Universitätsorgane (neben Rektor und Senat), der als Aufsichtsrat für die Entwicklung der Universität Verantwortung trägt.

Ehrenamtliches Engagement

Voß war von 2007 bis 2010 Gründungsvorsitzender der Stauffenberggesellschaft Baden-Württemberg, die die Erinnerung an den Widerstand gegen die NS-Diktatur vor allem in der jungen Generation wach halten will. Voß ist außerdem stellvertretender Vorsitzender des Museumsvereins des Deutschen Historischen Museums (DHM) in Berlin. Schließlich engagiert sich Voß als Schirmherr der Gastro-Liga, die sich der Aufklärung der Bevölkerung über die Krankheiten des Verdauungstrakts und deren Bekämpfung widmet und sich besonders für Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung des Darmkrebses einsetzt. Seit 2009 ist Voß auch stellv. Vorsitzender des Freundeskreises des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung in Tübingen.

Persönliches

Voß war 35 Jahre lang Mitglied der CDU. Im Dezember 2009 gab er sein Parteibuch zurück, nachdem die CDU im Verwaltungsrat des ZDF die Vertragsverlängerung von Chefredakteur Nikolaus Brender verhindert hatte. Voß sah darin einen Angriff auf die Rundfunkfreiheit.

Voß ist seit 1967 verheiratet und hat drei Söhne.